• Mission Possible: Auf Trendsuche in den USA

Mission Possible: Auf Trendsuche in den USA

Jan 25 2011

Nicht nur angucken, sondern auch ausprobieren: Katrin mit 3D-Brille.

Katrin Schmidt, Project Manager Research and Business Development, war als Besucherin der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik in Las Vegas und zum Trendscouting in San Francisco. Über ihre Erlebnisse vor Ort berichtet sie in diesem Beitrag.

Geschäftlich nach Las Vegas? Ja! Gemeinsam mit 140.000 Menschen aus aller Welt nehme ich an der Consumer Electronics Show (CES), der weltweit größten Messe im Bereich Unterhaltungselektronik, teil. In der Schlange zur Pre-Keynote von Microsoft-CEO Steve Ballmer lerne ich die Gründer des Harvard-Campus-TV-Start-ups tivli und einen Mitarbeiter des Local-Shopping-Anbieters Milo kennen. Während wir in einer langen Einlassschlange stehen, diskutieren wir unsere Erwartungen. Ballmer liefert ein Spektakel: Er berichtet von 8 Millionen verkauften Kinect-Konsolen im Weihnachtsgeschäft und demonstriert das zukünftige Zusammenspiel von PC, Mobiltelefon und vor allem dem TV. Sprachgesteuerte Fernbedienungen, personalisierte Avatare, der Deal mit Netflix – Microsofts Message: Alles ist verbunden und überall läuft Microsoft.

Am nächsten Tag strömen Menschenmassen durch die Messehallen. Es wimmelt von Robotern, billigen chinesischen iPad-Imitaten und vor allem 3D-Fernsehern. Sony beeindruckt mit dem größten TV, den ich je gesehen habe und die neuen 3D-Brillen ermöglichen ein faszinierendes Seherlebnis und machen gar keinen schlechten Eindruck.

Guy Kawasaki gehörte zu den vielen Toprednern der Veranstaltung.

Auch Vorträge gehören zum Programm der Messe: Der Venture Capitalist Guy Kawasaki rät angehenden Entrepreneuren bei der Erstellung ihrer Idee auch an das „premortem“ (was ist, wenn es nicht klappt) zu denken, um sich weniger angreifbar zu machen.

Abends ging es zur Mashable Awards Show. Meine deutsche Pünktlichkeit beschert mir eine VIP-Karte. So habe ich die Gelegenheit, die Nominierten kennenzulernen. Neben zahlreichen Gründern aus San Francisco, kommen viele aus Boston und New York. Ich lerne die Macher des Event-Planers The Hotlist, der Twitter-Charity Twitchange und dem Werbe-Start-up bre.ad kennen. Die Gewinner der Kategorien sind die üblichen Verdächtigen: Foursquare, das iPhone und Angry Birds. Spektakulär sind vor allem die Showeinlagen des Cirque du Soleil.

Am nächsten Tag geht’s weiter. Heute nehme ich an der Session „The Tweet House Presents: Social Media Success Stories“ teil und erfahre etwas über erfolgreiche Web-2.0-Kampagnen und ihre Messbarkeit. Abends wird das erworbene Wissen beim weltgrößten Tweetup (Treffen von Usern des Microblogging-Dienstes Twitter) direkt diskutiert. Ein Tweetup funktioniert nach diesem Prinzip: Jeder Teilnehmer klebt sich seinen Nickname auf Twitter per Sticker an sein T-Shirt, damit er von den anderen über den Microbloggingdienst kontaktiert werden kann.

Nach vier Tagen lasse ich den Trubel in der Casinostadt hinter mir und freue mich auf das unternehmerische San Francisco. Mein Fazit der CES: Es gab keine großen Überraschungen, aber die Rezession ist vorbei. Und: 3D, Kinect und Tablets erschließen die Massenmärkte.

In San Francisco habe ich einen neuen Auftrag: Trends scouten und Unternehmerpersönlichkeiten treffen. Direkt am ersten Tag treffe ich mich mit einem Deutschen im Valley: Frederik Fleck ist hier als Business Angel tätig. Der Seriengründer arbeitet derzeit an einer Schnittstelle zwischen Fernsehen und Social Media mit seinem Start-up TVMoment. Auch Sören Stamer, Gründer des Web-Content-Management-Anbieters Coremedia, zog es vor ein paar Jahren an die amerikanische Westküste: Er will mit seiner neuen Geschäftsidee, der Musikplattform Yokudo, das Erlebnis von Musik-Fans verbessern und neue Einnahmequellen für Musiker ermöglichen.

Doch auch amerikanische CEOs laden mich in ihre heiligen Hallen ein: Einer der Mitgründer der Flugsuchmaschine Hipmunk, Adam Goldstein, erklärt mir den USP seines Unternehmens: hohe Usability. Das Gründerteam um den MIT-Absolventen hat ein Loft in SOMA gemietet – dem aufstrebenden Viertel in Downtown San Francisco. Einen Tag später treffe ich Rich Pearson, den Marketing Manager der Bloggingplattform Posterous. Die zwölf Entwickler sitzen in einer Lagerhalle im Bezirk „Mission“.

Die Gründer geben mir zahlreiche Tipps für Networking-Veranstaltungen, die ich in den nächsten Tagen nicht verpassen soll: So besuche ich ein Event zu Financial Innovations von SF Beta, schaue bei Start-ups in San Francisco vorbei und treffe mich mit Gründern und Investoren an der Universität Stanford. Die Woche geht viel zu schnell vorbei, aber das Ziel ist erreicht: Ich habe sehr viel gelernt und bin sämtliche Visitenkarten losgeworden. Bis bald im Valley!

Kati, danke fuer das nette Lunch!
Wir freuen uns immer ueber Besuch aus der Heimat. Wer Interesse hat: just get in touch.
Gruss
Frederik

Hey Kati, schoen, dass Du rein geschaut hast! Falls Du ueber den einen oder anderen begabten Entwickler stolperst, der auch mal rueber kommen moechte, schicke ihn nur zu uns. Frederik und ich kuemmern uns auch um die Visa…
Bis bald,
Soeren

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